Detlef Brockmann – Schützenkönig 2011
Ein Schützenfest ganz im Zeichen der Tradition ging 2011 wieder mal über die Bühne. Mit einer Disko am Freitagabend begann das Fest. DJ Leif brachte jung und alt in Stimmung und man feierte nach dem Motto "Feiern damals wie heute" im Festzelt. Im Vorfeld schmückten die Schützen mit den von den Schützendamen gebundenen Kränzen den Festplatz. Hier wurde jedoch festgestellt, dass es an der Zeit ist, auch die Herren mehr am Binden zu beteiligen, denn es fehlten ein paar Damenhände um den Zeitplan im Lot zu halten.
Der Samstag ließ, zumindest am Nachmittag, den Rummelplatz sehr karg aussehen. Die gewünschte Teilnahme am Fest durch Marktbesucher blieb eher aus. Dieses zog sich leider auch mehr oder weniger über alle Tage so hin. Lediglich der Sonntagnachmittag und der späte Montagnachmittag, sorgten noch für einen voll gefüllten Platz. Dieses ist für den Verein und somit für das Schützenfest über kurz oder lang, wenn sich nichts daran ändern lässt, immer wieder ein gravierendes Problem und kann sogar das traditionelle Schützenfest mit einem Rummelplatz ins "Aus" manövrieren. Der Verein wird jedoch weiter, mit Hilfe der willigen Schausteller, den Versuch nicht unterlassen, ein zünftiges und attraktives Fest auf die Beine zu stellen. Wir wollen in Farge ein kulturelles Gut erhalten. Wir hoffen den Atem dazu so lange zu haben, bis es uns gelingt den Besucherstrom merklich zu erhöhen.
Diesem Thema widmete der Vorsitzende, Hartmut Bohlmann, auch in der Festschrift einen Platz ein, er äußerte sich so:
"Seit einigen Jahren stellen wir hier in Farge immer wieder den Versuch auf, unser traditionelles Schützenfest zu einem richtig großen und interessanten Fest werden zu lassen. Dieses ist uns in den letzten Jahren auch irgendwie mehr oder weniger gut gelungen. Doch wie lange mag es noch so gehen?
Die Zeiten lassen die Organisation und das Bestücken eines solchen Festes immer schwieriger werden.
Es beginnt schon damit, dass es immer weniger eigene Mitglieder gibt, die sich ehrenamtlich für Aufgaben rund um das Fest einbinden lassen. Die Aufgaben, die den verbleibenden Helfern entgegen stehen, werden stetig mehr, weil sich das Tätigkeitsfeld auf immer weniger Schultern lasten lässt.
Um das Fest überhaupt genehmigt zu bekommen, muss man im Vorfeld inzwischen bis zu fünf Behördenstellen angeschrieben haben. War früher wesentlich einfacher. Die Auflagen der Genehmigung werden zum Teil auch immer umfangreicher. Letztendlich sind die Kosten für die Genehmigungen auch stetig angestiegen.
Kosten, das ist im Übrigen der größte Faktor den es zu berücksichtigen gilt.
Denn lange sind die Zeiten vorbei, wo diejenigen, die von solch einem Fest ihr Einkommen bestreiten, wie Festwirte und Schausteller, betriebswirtschaftlich vernünftige Erträge erzielen können.
In diesem Zusammenhang wird es immer schwieriger, Schaustellerbetriebe zu finden, die mit Freude an dem Fest sich beteiligen. Gerade die großen Fahrgeschäfte, mit einem größeren Personaleinsatz und extremen Logistikkosten, kommen nicht mehr auf eine gerade Linie.
Die Kosten für die Musik und Gema werden durch den Verzehr und Konsum im Festzelt immer weniger gedeckt. Somit wird es auch hier immer schwieriger die Abendveranstaltungen zu planen.
Viele Vereine haben ihr Schützenfest bereits zur "internen Feier" gemacht. Kein Festumzug mehr, kein Rummelplatz oder sonstiges. Nur noch mit den benachbarten Vereinen wird ein wenig gefeiert.
Das ist für viele Vereine so auch nicht die schlechteste Lösung und wird sicherlich, wenn der Trend so weiter geht, überall Einzug halten.
Wenn wir jedoch für die Bevölkerung das traditionelle Schützenfest erhalten wollen, müssen wir alle uns bemühen dem Trend entgegen zu wirken.
Das geht nur, wenn man die angesprochenen Probleme entschärft. Das geht nur, wenn das Schützenfest von der Bevölkerung angenommen wird und gut besucht wird. Wenn die Schausteller bereit sind auch "Durststrecken" zu ertragen und daran mitarbeiten eine Vielfalt kontinuierlich anzubieten. Das geht, wenn über alles versucht wird, die Kosten möglichst geringer zu halten, ohne an Attraktivität einzubüßen. Das geht, wenn auch die eigenen Vereinsmitglieder sich mehr für Aufgaben rund um das Fest einbringen."


Im weiteren Verlauf bot das Schützenfest wieder mit dem Tanzabend am Samstag und dem dazu statt gefundenen Feuerwerk pure Stimmung an. Ein gut besuchtes Festzelt bot sich den Besuchern und das Feuerwerk zog die Zuschauer in den Bann. Der Sonntag begann mit dem Rummelplatzgottesdienst, der vom Ältestenprediger Günter Wilkening gehalten wurde. Musikalisch unterstützt wurde er von dem Männergesangverein Orpheus und Frohsinn, sowie von der Jugendband der Kirche. Ein voll gefüllter Gottesdienst im Zeichen des guten Miteinanders. Beim anschließenden Festessen konnte der Verein über 200 Gäste begrüßen, die dann mit weiteren Teilnehmern einen farbenprächtigen Festumzug durch die Straßen von Farge zusammen stellten. Auch das dann nach dem Festumzug statt gefundenen Konzert, mit dem SAV Blasorchester und den Spielmannszügen der Freien Turner Blumenthal und des BTS Neustadt zog die Besucher in Massen an. Den Abend ließen dann mit einem Showprogramm die Shitkickers Linedancer Bremerhaven ausklingen.
Der Montag stand ganz im Zeichen des Königsschiessen. Neun Königsanwärter bei den Herren, wollten den Königstitel erlangen. Detlef Brockmann gelang es schließlich den Rumpf von der Stange zu schießen. Bei den Damen erlangte Heike Pohla die Würde und bei der Jugend holte Hendrik Bohlmann den Rumpf von der Stange. Die Kinderabteilung war jedoch als erste mit ihrem Adler fertig. Hier gelang es Rico Rosenow den Titel zu holen.
Der Königsball im Anschluss an der Proklamation am Ehrenmal auf dem Schützenplatz ging bis weit nach Mitternacht. Noch ein großer Teil der Mitglieder und auch der befreundeten Vereine hielten lange bei der wunderbaren, zünftigen Musik mit dem SAV Blasorchester aus. Man feierte unter Freunden einen harmonischen Ausklang des Festes. Die einhellige Meinung: solch ein schönes Fest, wie dieses, das sollte es immer wieder geben. Ein dickes Kompliment an das SAV Blasorchester: dieser Abend bleibt uns lange in Erinnerung, vor allem auch der wunderschöne Schlussblock mit "Lili Marleen".

Red.HB |